| Veranstaltung: | Frühjahrs-Landesmitgliederversammlung 2026 der GRÜNEN JUGEND NRW |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8 Verschiedene Anträge |
| Antragsteller*in: | Vorstand Grüne Jugend Bonn, Vorstand Grüne Jugend Rhein-Sieg, Jiaqi Li, Henrike Kuhlmann, Punniarajah Kapilan, Issa Mohamed Mohamud, Lyonel Kayser (dort beschlossen am: 31.03.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 31.03.2026, 22:22 |
V5: Rechtsextreme Gefahr erkennen - Anti-asiatischen Rassismus stoppen!
Antragstext
Wir als GRÜNE JUGEND NRW sind ein antirassistischer Jugendverband. Entsprechend
müssen wir alle Formen von Rassismus wie anti-asiatischen Rassismus mitbedenken.
Dabei leiden weltweit zahlreiche Menschen , auch in Deutschland und in
Nordrhein-Westfahlen unter anti-asiatischer Diskriminierung, Gewalt und
Ausgrenzung. Diese Unsichtbarkeit ist Teil des Problems. Deshalb müssen wir uns
sowohl innerhalb unseres Verbandes als auch öffentlichkeitswirksam nach außen
für konkrete Maßnahmen gegen anti-asiatischen Rassismus einsetzen! Diese sind:
Klare Benennung von anti-asiatischen Rassismus als eine Art des Rassismus,
unter der Menschen leiden: Bei der politischen Kommunikationen, innerhalb
von antirassistischer Bildungsarbeit und bei politisch antirassistischen
Entscheidungen.
Um in der GRÜNE JUGEND NRW für ein besseres Wohlbefinden von asiatisch
markierten Menschen zu sorgen, müssen Awareness-Strukturen aufgebaut und
für anti-asiatischen Rassismus sensibilisiert werden.
Sowohl die aktuelle als auch zukünftige Landesregierung soll sich dafür
einsetzen, dass Studien, Statistiken und Forschungen zu anti-asiatischen
Rassismus in Nordrhein-Westfahlen durchgeführt bzw. erstellt werden.
Sowohl die Benennung als auch konkrete Maßnahmen gegen anti-asiatischen
Rassismus sollen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW im Wahlprogramm für die
Landtagswahl 2027, bei Sondierungsgesprächen und bei möglichen
Koalitionsverhandlungen nach der Wahl thematisiert werden und auch in
einen möglichen Koalitionsvertrag aufgenommen werden.
Die Verankerung des Themas in Bildungseinrichtungen: Anti-asiatischer
Rassismus hat einen starken historischen Bezug, sei es während der
Kolonialzeit, während der NS-Zeit oder nach der deutschen
Wiedervereinigung.Entsprechend sollen diese historischen Punkte in den
Lehrplan aufgenommen werden oder mindestens angesprochen werden.
Begründung
Antisemitismus, antimuslimischer und anti-Schwarzer Rassismus werden zu Recht benannt. Gleiches muss jedoch auch für anti-asiatischen Rassismus gelten.
Anti-asiatischer Rassismus hat einen starken historischen Bezug: Während des Kolonialismus gab es das Narrativ der "Gelben Gefahr", während der NS-Zeit wurden hunderte von chinesischen Menschen in KZs inhaftiert, und sowohl vor als auch nach der Wende gab es sehr viele Anschläge auf Einrichtungen für Asylbewerber*innen, in denen vietnamesische Vertragsarbeiter*innen untergebracht waren. Während der Corona-Pandemie gab es einen sehr großen Anstieg an anti-asiatischer-Rassismus, aufgrund dessen, dass COVID-19 erstmals in China entdeckt wurde und einen Sündenbock brauchen.
Gleichzeitig leben in Deutschland und Nordrhein-Westfalen mehrere hunderttausend Menschen mit ost- und südostasiatischen Wurzeln. Dennoch werden ihre Lebensrealitäten politisch und gesellschaftlich häufig unsichtbar gemacht. Anti-asiatischer Rassismus nimmt in öffentlichen Debatten bislang nur wenig Raum ein.
Doch deren Lebensrealitäten werden oft nicht ernstgenommen. Anti-asiatischen Rassismus nimmt in der Rassismus Debatte kaum Platz ein, obwohl viele asiatische Menschen Diskriminierung erfahren. Viele asiatische Menschen werden z.B. als sogenannte "Vorzeigeminderheit" stilisiert und behandelt. Es werden ihnen ihre Erfahrungen mit Rassismus, und der einhergehenden Diskriminierung und Gewalt abgesprochen. Dies hat zur Folge, dass sich viele asiatische Menschen weder von Politik noch von der Gesellschaft gesehen fühlen, was zu Politikverdrossenheit und psychischen Problemen führt. Das muss sich ändern.