| Veranstaltung: | Frühjahrs-Landesmitgliederversammlung 2026 der GRÜNEN JUGEND NRW |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8 Verschiedene Anträge |
| Antragsteller*in: | Nilo Reinke, Mel Dunin-Majewski, Lee Cornelissen, Emily Wegman, Jonas Ulbrich, Belana Behrendt, Louisa Albrecht-Oehl, Terry Krisch |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 24.03.2026, 21:05 |
V1: TINA* Perspektiven stärken – bestehende Ungerechtigkeiten erkennen und abbauen
Antragstext
Aufbau:
Zusamen•Fassung des Antrags in schwerer Sprache
Antrags•Text in einfacherer Sprache
Antrags•Text in schwerer Sprache
Aufbau des Antrags:
- Einleitung
- Inter•Geschlechtlichkeit
- Begriffs•Erklärung
- Inter•Geschlechtlickeit im gesundheitlichen Bereich
- Rechtlicher Schutz?
- Forderungen
- Nicht•Binarität und trans*
- In der Grünen Jugend NRW
- Schutz vor Gewalt
- Forderungen
- TINA* Personen mit Be_hinderung
- Forderungen
Zusammenfassung des Antrags:
Die Grüne Jugend NRW ist ein queerfeministischer Verband.
Wir setzen uns für die Stärkung und Sichtbarkeit von FLINTA* und insbesondere
TINA*-Personen (trans, inter, nicht-binär, agender) ein.
Der Antrag thematisiert die anhaltende Marginalisierung und Diskriminierung
dieser Gruppen. Er zeigt auf, wie gesellschaftliche, medizinische und
strukturelle Normen ihre Selbstbestimmung einschränken.
Im Abschnitt "Intergeschlechtlichkeit” wird sich auf inter Personen im
Gesundheitssystem konzentriert. Intergeschlechtliche Menschen werden häufig als
krank betrachtet. Oft wurden sie medizinisch unnötigen Eingriffen unterzogen.
Dies soll sie der binären Norm anpassen. Sie sollen aussehen wie Jungen oder
Mädchen. Nicht notwendige Operationen sind verboten worden. Das Verbot kann aber
umgangen werden.
Der Teil zu Nichtbinärität und Trans* sein beleuchtet innerverbandliche und
gesellschaftliche Herausforderungen: fehlende Sensibilität im Umgang mit
Pronomen und Geschlechtsidentität. Daraus können psychische Belastungen durch
Misgendering entstehen. Auch auf rechtlicher Ebene und im Gesundheitssystem
bestehen Benachteiligungen. Ebenso wird die Gewalt gegen TINA*-Personen
beleuchtet.
Abschließend thematisiert der Antrag TINA*-Personen mit Be_hinderung und hebt
hervor, dass sie mehrfach diskriminiert werden, durch Ableismus, Cis-
Normativität und den Mangel an barrierefreien und inklusiven Strukturen. Ihre
Perspektiven werden oft übergangen.
TINA* Perspektiven stärken – bestehende Ungerechtigkeiten erkennen und abbauen
Antrags•text in einfacherer Sprache
Einleitung:
Die Grüne Jugend in Nordrhein-Westfalen (GJ NRW) ist ein queer•feministischer
Verband.
Queer•feministisch heißt:
Alle Menschen sollen gleich behandelt werden,
Das Geschlecht ist egal.
Es ist egal, wen sie lieben.
Menschen kämpfen dafür.
Die GJ NRW setzt sich ein:
für Frauen, Lesben, inter•geschlechtliche, trans und agender Personen (kurz:
FLINTA*)
und besonders für trans, inter•geschlechtliche und agender Personen (kurz:
TINA*).
Das Ziel ist:
Diese Personen stark zu machen
und ihre Meinung vertreten.
TINA* Personen sind immer noch benachteiligt.
Ihre Erfahrungen sind unterschiedlich.
Dies ist von verschiedenen Dingen abhängig.
Ein Beispiel dafür ist:
Macht eine TINA* Person eine medizinische Transition?
Das heißt, sie verändert ihren Körper.
Damit er besser zu ihrem Geschlecht passt.
Alle Erfahrungen sind richtig.
Alle Erfahrungen sollten Aufmerksamkeit bekommen.
Der Antrag hat Ziele:
Er soll zeigen:
Wo werden TINA* Personen benachteiligt?
Was können wir besser machen?
Inter•Geschlechtlichkeit:
Begriffs•Erklärung
Inter•Geschlechtlichkeit bezieht sich auf das Geschlecht einer Person.
Die körperlichen Geschlechts•Merkmale,
sind nicht eindeutig männlich oder weiblich.
Das können zum Beispiel Hormone, aber auch Genitalien (Penis/Vagina) sein.
Inter•Geschlechtlichkeit wird heute noch als krank betrachtet
Inter•Geschlechtlichkeit heißt auch inter.
Inter Personen lassen sich nicht als rein ‘weiblich’ oder ‘männlich’ betrachten.
Viele Menschen finden dies schwierig.
Sie denken:
Inter•Geschlechtlich sein ist krank.
Das stimmt nicht.
Inter Personen erleben oft Anfeindungen.
Das heißt, sie werden schlecht behandelt.
Inter•Geschlechtlichkeit hat wenig Aufmerksamkeit.
Viele thematisieren es in einer bestimmten Situation.
Wenn sie erklären möchten:
“Es gibt mehr als zwei Geschlechter”
Die meisten wissen wenig über Inter•Geschlechtlichkeit.
Sie wissen nicht:
Wie ist es, inter zu sein?
Es gibt noch viel zu lernen.
Inter•Geschlechtlichkeit im gesundheitlichen Bereich
Inter•Geschlechtliche Kinder sind öfter operiert worden.
Manchmal hat man ihnen auch Hormone gegeben.
Das Ziel davon:
Ihre Körper sollen wie Jungen oder Mädchen aussehen.
Oft gab es keinen medizinischen Grund dafür.
Die Eltern glaubten:
“Mein Kind hat ohne Operation kein glückliches Leben”.
Oder die Kinder sollen “schöner” aussehen
Oft werden die Eltern unter Druck gesetzt. (RW)
Die Ärzte sagen ihnen:
“Die Operation ist notwendig.”
Die Kinder haben keine Wahl.
Sie können nicht sagen:
“Ich möchte das nicht”.
Oft wird ihnen nicht gesagt, dass sie inter sind.
Inter Personen kämpfen schon lange dagegen.
Sie möchten nicht ohne Zustimmung operiert werden.
Die Meinung über Inter•Geschlechtlichkeit hat sich geändert.
Viele Menschen finden es normal.
Trotzdem gab es viele Operationen.
Diese sind nicht empfohlen worden.
In Deutschland gab es zwischen 2005 und 2016 viele Operationen.
Die inter•geschlechtlichen Kinder waren unter 10 Jahren.
Jedes Jahr gab es etwa 1.871 Operationen.
Die Operationen sollten die Kinder,
männlicher oder weiblicher machen.
Auch Erwachsene erleben Diskriminierung im Gesundheits•System.
Menschen sind ihr ganzes Leben inter•geschlechtlich.
Rechtlicher Schutz kam zu spät - er ist nicht vollständig
Bis 2021 durften in Deutschland Eltern entscheiden:
Wird mein inter Kind operiert?
Es war egal, ob die Operation not•wendig war.
Erst seit März 2021 gibt es ein neues Gesetz.
Es soll inter•geschlechtliche Kinder schützen.
Das Gesetz verbietet Operationen,
wenn sie nur das Aussehen verändern sollen.
Zum Beispiel um Kinder “männlicher” oder “weiblicher” zu machen.
Es dürfen nur notwendige Operationen gemacht werden.
Dann muss ein Gericht schauen:
Ist die Operation gut für das Kind?
Das Gesetz hat Lücken.
Es schützt nicht alle Kinder gleich.
Nur Kinder, die eine offizielle medizinische Diagnose haben.
Diese heißt: “Variante der Geschlechts•Entwicklung”.
Diese Kinder sind sicher geschützt.
Andere Kinder können vom Schutz aus•geschlossen werden.
Ärzte können diese Kinder trotzdem operieren.
Darum sagen viele:
Das Gesetz muss besser werden.
Alle Kinder brauchen den gleichen Schutz.
Die Grüne Jugend hat Forderungen:
Forderung bedeutet:
man klar sagt, was man will oder was sich ändern soll.
Wir fordern,
dass offiziell gesagt wird:
Viele inter•geschlechtliche Menschen wurden ohne Grund operiert.
Viele haben davon Schmerzen und Probleme bekommen.
Diese Menschen sollen einen Aus•gleich bekommen.
Eine Möglichkeit ist Geld.
Wir fordern,
dass Eltern vor Operationen mit Experten reden müssen.
Experten sind Menschen, die viel Wissen über etwas haben.
Dies dürfen nicht die Ärzte sein.
Diese Menschen wissen viel über Inter•Geschlechtlichkeit.
Am besten sind sie auch Inter•Geschlechtlich.
Sie wissen:
Ist die Operation gut für das Kind?
Viele Eltern wissen bis zur Geburt wenig über Inter•Geschlechtlichkeit.
Deshalb sollten sie Hilfe von Experten bekommen.
Eltern sollen wissen:
Welche Behandlungen gibt es?
Was passiert dabei?
Welche Folgen gibt es?
Wir fordern,
dass Inter Personen lesen können:
Welche Operationen wurden bei Ihnen gemacht?
Dafür muss für immer aufgeschrieben werden:
Welche Operationen wurden gemacht?
Sind ihnen Hormone gegeben worden?
Dies bietet ihnen eine Chance:
Sie können rechtlich dagegen vor•gehen.
Das heißt:
Sie können Anzeige erstatten.
Wir fordern,
Inter•Geschlechtlichkeit soll sichtbarer werden,
in der Grünen Jugend NRW.
Dies kann durch zum Beispiel durch Bildungs•Arbeit geschehen.
Nicht•Binarität und trans*
In der Grünen Jugend NRW:
Wenn man eine Person sieht,
kann man das Geschlecht nicht erkennen.
Ich weiß nicht:
Ist die Person ein Junge oder ein Mann?
Ist die Person ein Mädchen oder eine Frau?
Ist die Person nicht•binär?
Trotzdem schauen viele Menschen auf den Körper oder Kleidung.
Sie denken:
“Das ist eine Frau.” oder
“Das ist ein Mann.”
Danach reden sie diese Person mit bestimmten Pronomen an.
Beispiele für Pronomen sind: er, sie oder they.
Für cis•geschlechtliche Personen ist das kein Problem.
Cis bedeutet:
Bei der Geburt ist gesagt worden:
Du bist ein Junge/Mädchen.
Du fühlst dich auch so.
Für TINA* Personen ist das oft schwer.
Diese Personen müssen sich oft outen.
Das heißt, sie müssen sagen,
welches Geschlecht sie wirklich haben.
Nur so werden sie mit den richtigen Pronomen angesprochen.
Oft werden sie nur so als TINA* Personen erkannt.
Das ist oft wichtig für sie.
Es ist zum Beispiel bei der Quotierung wichtig.
Quotierung heißt:
FLINTA* Personen und cis männliche Personen
sollen den gleichen Rede•Anteil haben.
So können sie richtig dran genommen werden.
Es kann trotzdem passieren,
dass sie mit falschen Pronomen oder Geschlecht angesprochen werden.
Das heißt Misgendern.
Das ist anstrengend.
Das tut weh.
Es gibt TINA* Personen, denen das besonders weh tut.
Besonders TINA* Personen, die sich in einer Transition befinden.
Transition heißt:
Eine Person verändert etwas an sich.
Damit sie sich besser fühlt.
Die Person kann den Vor•Namen ändern.
Sie kann die Kleidung verändern.
Sie kann am Körper etwas verändern.
Oft müssen TINA* Personen viel erklären:
Wie werden Pronomen richtig verwendet?
Was ist für TINA* Personen wichtig?
Wann fühlen sie sich gut?
Das sollten alle in der Grünen Jugend NRW tun.
Oft machen es aber nur TINA* Personen.
Das ist anstrengend.
Der Begriff FLINTA* wird oft verwendet.
Manchmal als Ersatz für das Wort "Frau".
Der Begriff sollte bewusst verwendet werden.
TINA* Personen müssen sich nicht beweisen.
TINA* Personen müssen nicht sagen:
“Ich bin eine TINA* Person”.
Wenn sie sich so fühlen, dann sind sie es.
Manches in der Grünen Jugend NRW ist noch sehr zwei•geschlechtlich.
Das heißt:
Es wird nur zwischen männlich und weiblich unterschieden.
Das ist zu eng gedacht.
Es gibt einfache Möglichkeiten, das zu ändern.
Zum Beispiel bei Toiletten.
Man kann die Schilder leicht überkleben.
So können sie alle benutzen.
Es kann sein, dass wir das nicht dürfen.
Dann sollten wir uns ein anderes Haus suchen.
Die Grüne Jugend sollte darauf achten,
dass es geschlechts•neutrale Toiletten gibt.
Diese Toiletten sollten auch barriere•frei sein.
So sind sie für alle Menschen gut zugänglich.
Emanzipation und Inklusion sind wichtig.
Emanzipation bedeutet:
Alle Menschen sollen frei und gleich leben können.
Inklusion bedeutet:
Alle können mitmachen, niemand wird ausgeschlossen.
Das ist ein Grund•Prinzip unserer Politik.
Schutz vor Gewalt
TINA* Personen erleben oft Gewalt.
Viele werden im Alltag beschimpft oder angegriffen.
TINA* Personen werden oft falsch dargestellt.
Manche sagen:
“TINA* Personen sind gefährlich für cis-Frauen.”
Zum Beispiel in öffentlichen Toiletten.
Das ist falsch.
Richtig ist:
Das Zuhause ist der gefährlichste Ort für viele Frauen.
Eine Studie aus Berlin zeigt:
66 von 100 trans* Personen haben in den letzten 5 Jahren Gewalt erlebt.
Fast die Hälfte hat in nur einem Jahr Gewalt erlebt.
Das ist sehr viel.
Auch im Gesundheits•System erleben TINA* Personen Gewalt.
Sie werden oft schlecht behandelt.
Sie müssen oft um Anerkennung kämpfen.
Das heißt, dass sie von Ärzten als TINA* betrachtet werden.
Behandlungen können helfen, den Körper zu verändern.
Bei trans* Frauen kann er weiblicher werden.
Bei trans* Männern männlicher.
So fühlen sich trans* Personen besser.
Das heißt: Geschlecht•affirmative Maßnahme.
Das kann eine Brust•Abnahme (Mastektomie) sein.
Das kann der Aufbau eines Penis (Phalloplastik) sein.
Diese Operationen kosten viel Geld.
Es kann sein das die Kranken•Kasse das nicht zahlt.
Zum Beispiel bei nicht•binären Personen.
Viele können Operationen nicht bezahlen.
Das kann sehr traurig machen.
TINA* Personen fühlen sich dann im eigenen Körper nicht gut.
Das Selbst•bestimmungs•gesetz (SBGG) ist ein wichtiger Fort•Schritt.
TINA* Personen können ihren Vor•Namen leichter ändern.
Sie können ihren Geschlechts•Eintrag besser ändern.
Das heißt sie können zum Beispiel:
Von dem Eintrag weiblich zu männlich wechseln.
Das Gesetz wird oft kritisiert.
Die Partei “Alternative für Deutschland” (AfD) will das Gesetz nicht.
Andere Parteien wollen es “über•prüfen”.
Das kann gefährlich werden.
Der Politiker Alexander Dobrindt,
will ein Sonder•register für TINA* Personen.
Das bedeutet:
Eine Liste mit allen Personen, die das SBGG genutzt haben.
Dort würden die alten Namen stehen.
Diese werden Deadname genannt.
Da steht auch der alte Geschlechts•Eintrag.
Solche Listen sind eine Gefahr.
Sie können dazu führen,
dass Menschen sagen müssen:
“Ich bin trans*” oder “ich bin nicht•binär”
Das nennt man Zwangs•outing.
Das kann zu neuer Gewalt führen.
TINA* Personen brauchen Schutz.
Sie dürfen nicht in Gefahr gebracht werden.
Das Sonder•Register wird es erstmal nicht geben.
Es wurde vom Bundes•Rat abgelehnt.
Das SBGG bleibt trotzdem in Gefahr.
Es kann immer wieder Versuche geben, es zu ändern.
Das Selbst•Bestimmungs•Gesetz ist ein guter Anfang.
Aber wir haben noch keine Gleich•Stellung.
Gleich•Stellung heißt.
Alle Menschen werden gleich behandelt.
Viele nicht•binäre Personen sind un•sichtbar.
Zum Beispiel gibt es für sie keine passenden Anreden.
Anreden sind zum Beispiel “Herr” oder “Frau”.
Auch im Alltag erleben TINA* Personen Nach•teile.
In der Schule,
Bei der Arbeit,
In Vereinen
werden sie oft schlechter behandelt.
TINA* Personen brauchen:
Sicherheit und echte Gleich•Berechtigung.
Die Grüne Jugend hat Forderungen:
Wir fordern,
Das Selbst•Bestimmungsgesetz muss verbessert werden.
TINA* Personen brauchen mehr Schutz.
Es darf keine Sonder•Register geben.
TINA* Personen sollen selbst entscheiden können:
Wer kann meinen alten Vor•Namen sehen?
Wer kann meinen alten Geschlechts•Eintrag sehen?
Wir fordern,
TINA* Personen müssen geschützt werden.
Es muss aufgeschrieben werden:
Wie viel Gewalt an TINA* Personen gibt es?
Was für Gewalt ist das?
Dies soll sich gut angeschaut werden.
So kann geschaut werden:
Was hilft um TINA* Personen zu schützen.
Wir fordern,
Die Verbesserung der Gesund•heits•versorgung für TINA* Personen.
TINA* Personen müssen entscheiden können:
Möchte ich meinen Körper verändern?
Möchte ich männlicher werden?
Möchte ich weiblicher werden?
Wie passt mein Körper zu mir?
Die Kranken•Kassen müssen alle Behandlungen bezahlen.
Wir fordern,
Den Abbau der Zwei•Geschlechtlichkeit in der Grünen Jugend NRW.
Bei allen Veranstaltungen der Grünen Jugend NRW soll es:
geschlechts•neutrale und barriere•freie Toiletten geben.
Diese Toiletten können von allen genutzt werden.
Es kann sein das wir Toiletten•Schilder nicht ändern dürfen.
Dann soll ein anderes Haus gewählt werden.
Alle in der Grünen Jugend NRW,
sollen sich mit den Bedürfnissen von INTA* Personen beschäftigen.
TINA* Personen sollen nicht immer alles erklären müssen.
TINA* Personen mit Behinderung
Personen mit Behinderung wird weniger zugetraut.
Oft wird gedacht:
dass sie keine Sexualität haben.
Das heißt:
Viele denken, sie haben kein Interesse an Liebe oder Sex.
Ihnen wird nicht geglaubt, das sie TINA* sein können.
Ihnen wird nicht geglaubt, das sie Queer sein können.
Queer heißt:
Menschen, die nicht in das Bild von “männlich” liebt “weiblich” passen.
Das ist falsch.
Behinderte Menschen können TINA* und queer sein.
Sie müssen das nicht beweisen.
Diese Personen müssen gehört werden.
Sie müssen in der Grünen Jugend NRW sicht•bar sein.
Vorstände bestehen oft aus cis•geschlechtlichen Personen.
Also aus Frauen und Männern.
Diesen ist bei der Geburt gesagt worden:
Du bist ein Mädchen/ Junge.
Sie fühlen sich auch so.
Es gibt wenig Wissen über Behinderung und Barrier•Freiheit.
Das soll sich ändern.
Gewalt gegen behinderte TINA* Personen
TINA* Personen mit Behinderung machen oft schlechte Erfahrungen.
Sie erleben oft Gewalt und Sexualisierung.
Sexualisierung heißt:
Andere Menschen sehen sie als sexuelles Objekt.
Manche werden fetischisiert.
Das bedeutet:
Ihre Körper oder ihre Behinderung werden zu etwas "spannendem" gemacht.
Anderen wird gesagt:
“Du hast keine Sexualität”
Beide Dinge sind verletzend.
Auch in linken und queeren Räumen kann es Probleme geben.
Dort gibt es immer noch bestimmte Ideen.
Ideen davon wie TINA* Personen sind.
Ideen davon, was eine “richtige” Behinderung ist.
Nicht jede Behinderung kann man sehen.
Nicht jede Krankheit kann man sehen.
Man muss nicht beweisen, ob man
eine Behinderung oder Krankheit hat.
Es gibt nicht die richtige Art TINA* zu sein.
TINA* Personen mit Behinderung muss geglaubt werden.
Sie müssen keine Nachweise zeigen.
TINA* Personen mit Behinderung werden doppelt diskriminiert.
Sie werden als TINA* Person diskriminiert.
Sie werden als Person mit Behinderung diskriminiert.
Sie erleben öfter Gewalt.
TINA* Personen haben öfter Probleme:
Beratungs•Angebote sind oft nicht barriere•frei.
Jungend•Treffs sind oft nicht barriere•frei.
Daraus entsteht ein anderes Problem:
Sie können Orte schlecht erreichen.
Dadurch werden sie ausgeschlossen.
Die Grüne Jugend hat Forderungen:
Wir fordern,
Intersektional zu handeln und denken.
Das bedeutet:
Mehrere Formen von Diskriminierung werden zusammen gedacht.
Barriere•Freiheit und die Bedürfnisse von TINA* Personen
müssen zusammen gedacht werden.
Wir fordern,
Mehr Sichtbarkeit für TINA* Personen mit Behinderung.
Ihre Stimmen müssen gehört werden.
TINA* Personen mit Behinderung müssen als Ganzes betrachtet werden.
Sie dürfen nicht nur als TINA* Person betrachtet werden.
Sie dürfen nicht nur als Person mit Behinderung betrachtet werden.
Sie müssen als TINA* Person mit Behinderung betrachtet werden.
Wir fordern,
Sensibilisierung und Bildung im Verband.
Sensibilisierung bedeutet:
Menschen sollen lernen:
Wie kann ich auf andere Menschen achten?
Cis•Normative Denk•Muster müssen hinter•fragt werden.
Cis•Normativität bedeutet:
Ich gehe davon aus:
Du bist ein Mann oder eine Frau.
So können sie ab•gebaut werden.
Ableistische Denk•Muster müssen hinter•fragt werden.
Ableistisch bedeutet:
Menschen denken:
Menschen mit Behinderung sind weniger Wert.
Da sie weniger können.
So können sie ab•gebaut werden.
Wir fordern,
Selbst•Bezeichnungen und Privatsphäre zu akzeptieren.
Selbst•Bezeichnung bedeutet:
Jede Person kann selbst sagen, wer man ist.
Zum Beispiel: Welches Geschlecht man hat.
Privatsphäre bedeutet:
Persönliche Informationen sind geschützt.
Nur ich kann bestimmen, wer etwas über mich weis.
TINA* Personen muss geglaubt werden.
Keine Person muss beweisen:
Dass sie eine TINA* Person ist.
Dass sie eine Behinderung hat.
Sichtbarkeit für TINA*-Perspektiven – bestehende Diskriminierungen erkennen und
abbauen
Antragstext in schwerer Sprache
Einleitung
Die Grüne Jugend NRW ist ein queerfeministischer Verband. Als solcher versuchen
wir, FLINTA* (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans* und
agender Personen) und insbesondere TINA* (trans, inter, nicht-binäre und agender
Personen) zu stärken und politisch sichtbar zu machen bzw. ihnen eine Stimme zu
geben.
Dennoch sind TINA*-Personen noch immer marginalisiert, und ihre vielfältigen
Perspektiven werden oft nicht gehört. Die Erfahrungen sind divers und von
unterschiedlichen Faktoren geprägt, wie z. B. von der Frage, ob eine
medizinische Transition in Anspruch genommen wird und werden kann. Alle
Erfahrungen sind valide und sollten gehört werden.
Ziel dieses Antrags ist es, bestehende Diskriminierungen sichtbar zu machen und
politische Missstände zu benennen.
Intergeschlechtlichkeit
Begriffserklärung
Intergeschlechtliche Personen, sind Menschen, deren körperliche
Geschlechtsmerkmale (Geschlechtschromosomen, Hormone, Keimdrüsen, Genitalien)
sich nicht eindeutig den gesellschaftlichen Erwartungen vom männlichen oder
weiblichen Geschlecht zuordnen lassen.
Intergeschlechtlichkeit wird immer noch pathologisiert
Intergeschlechtlichkeit (kurz inter) wurde und wird in unserer Gesellschaft noch
viel zu oft pathologisiert, also als etwas Krankhaftes dargestellt. Inter-
Personen sind Anfeindungen ausgesetzt, da sie nicht in die binäre Norm passen.
Sichtbar sind sie, wenn ihre Geschlechtsidentität verwendet wird, um in
Diskussionen über vermeintliche Zweigeschlechtlichkeit darauf verweisen zu
können, dass es „ja biologisch drei Geschlechter gibt“. Darüber, was es bedeuten
kann, intergeschlechtlich zu sein, wissen die meisten dann jedoch nur wenig.
Intergeschlechtlichkeit im Gesundheitssystem
Intergeschlechtliche Menschen wurden (bzw. werden) oft bereits im Kleinkindalter
medizinischen Behandlungen unterzogen, die ihre Genitalien chirurgisch oder
hormonell an die binäre Norm anpassen sollten, obwohl dies medizinisch nicht
notwendig war. Die Gründe dafür waren kosmetischer Natur oder basierten auf der
Annahme der Eltern, dass ihr Kind in diesem „Zustand“ kein glückliches Leben
führen könne.
Intergeschlechtlich geborene Menschen wehren sich schon seit Jahren gegen die
Praxis einer gegen ihren Willen durchgeführten Behandlung. Trotz eines
gesellschaftlichen Bewusstseinswandels fanden in Deutschland zwischen 2005 und
2016 jährlich durchschnittlich 1.871 „feminisierende“ oder „maskulinisierende“
Operationen an Kindern unter 10 Jahren statt, obwohl bestehende medizinische
Leitlinien von diesen Eingriffen abrieten. Auch im Erwachsenenalter hört die
Diskriminierung im Gesundheitssystem nicht auf. Intergeschlechtlichkeit ist ein
lebenslanges Thema.
Rechtlicher Schutz kam zu spät und ist immer noch lückenhaft
In Deutschland war es bis zum Jahr 2021 den sorgeberechtigten Eltern überlassen,
ob sie (medizinisch nicht notwendigen) Eingriffen an den äußeren oder inneren
Genitalien und Keimdrüsen ihrer Kinder zustimmen oder nicht. Eltern waren in
ihrer Entscheidung oft erheblichem Druck der behandelnden Ärzt*innen ausgesetzt.
Erst im März 2021 wurde ein Gesetz erlassen, das die Kinder vor dieser Praxis
schützt. Diese Vorschrift soll intergeschlechtliche Kinder bzw. Kinder mit
Varianten der Geschlechtsentwicklung vor medizinisch nicht notwendigen
Eingriffen schützen. Ein Beispiel dafür sind Operationen, die ausschließlich dem
Ziel dienen, Körper an das männliche oder weibliche Geschlecht anzupassen.
Nicht rein kosmetische Operationen dürfen nur vorgenommen werden, wenn sie nicht
bis zur selbstbestimmten Entscheidung des Kindes aufgeschoben werden können und
von einem Familiengericht geprüft wurde, ob der Eingriff dem Kindeswohl
entspricht.
In dem Gesetz fehlen jedoch Maßnahmen, die eine Umgehung des Verbots verhindern
und eine effektive Strafverfolgung ermöglichen, da von dem Verbot nur Kinder mit
der Diagnose „Varianten der Geschlechtsentwicklung“ beschützt werden. Es besteht
die Gefahr, dass Kinder aus dem Anwendungsbereich „herausdefiniert“ werden, um
sie „behandeln“ zu können. Diese gesetzliche Lücke gilt es zu schließen.
Als Grüne Jugend NRW fordern wir:
Die offizielle Anerkennung und Entschädigung des Leides, das
intergeschlechtlichen Menschen durch nicht notwendige medizinische
Eingriffe zugefügt wurde. Betroffene müssen angemessen entschädigt werden.
Eine verpflichtende, unabhängige Beratung durch qualifizierte Peer-
Berater*innen vor jedem medizinischen Eingriff an intergeschlechtlichen
Kindern. Da sich viele Eltern vor der Geburt ihres Kindes noch nie mit dem
Thema Intergeschlechtlichkeit auseinandergesetzt haben, ist es wichtig,
dass sie und ihre Kinder vorurteilsfrei und umfassend über mögliche
Behandlungen, deren Folgen sowie über vorhandene Alternativen aufgeklärt
werden.
Transparenz in der Behandlungshistorie für intergeschlechtliche Menschen.
Sie müssen nachvollziehen können, welche Behandlungen an ihnen
durchgeführt worden sind, da ihnen diese oft verheimlicht worden sind und
es ihnen eine mögliche Strafverfolgung erleichtert.
Mehr Sichtbarkeit für das Thema Intergeschlechtlichkeit im nächsten
Verbandsjahr z.B. in Form von Bildungsarbeit.
Nichtbinarität und trans*
Verbandsintern:
Die Geschlechtsidentität einer Person lässt sich nicht vom äußeren
Erscheinungsbild ableiten. Trotzdem neigen Menschen dazu, Personen anhand ihres
Erscheinungsbildes einem (meist binären) Geschlecht zuzuordnen und mit den
entsprechenden Pronomen anzusprechen oder anhand ihres Erscheinungsbildes dem
zugeordneten (binären) Geschlecht zu quotieren.
Für cisgeschlechtliche Personen ist dies kein Problem. Bei TINA* (trans,
intergeschlechtlichen, nicht-binären und agender) Personen führt dies dazu, dass
sie sich outen müssen, um mit den korrekten Pronomen angesprochen zu werden,
oder nicht durch eine ausbleibende Quotierung indirekt ihre Geschlechtsidentität
abgesprochen zu bekommen. Dies ist anstrengend, psychisch und emotional
belastend und kann auch verletzend sein. Gerade für TINA*-Personen, die sich in
einer sozialen und/oder medizinischen Transition befinden, kann es sehr
verletzend sein, misgendert zu werden.
Die Aufgabe, über die korrekte Verwendung von (Neo-)Pronomen oder die
Bedürfnisse von TINA*-Personen aufzuklären, sollte jedoch nicht die alleinige
Aufgabe von TINA* sein. Diese sollte im Sinne einer solidarischen feministischen
Praxis Aufgabe des ganzen Verbandes sein. In der Realität bleibt es dann meist
doch bei den Betroffenen hängen.
Der Begriff FLINTA* als Sammelbegriff sollte gezielt verwendet werden, da er
nicht immer alle TINA*-Personen einschließt und kein Ersatz für (cis) Frauen
sein sollte. TINA*-Personen müssen sich nicht outen und beweisen, um TINA* zu
sein.
Viele Strukturen in der GJ NRW sind noch viel zu binär. Dabei gibt es relativ
einfache Möglichkeiten, Räumlichkeiten anzugleichen. Die Beschilderung an
Sanitäranlagen lässt sich in vielen Einrichtungen überkleben. Dies sollte
konsequent beibehalten werden. Wenn dies vonseiten der Einrichtung nicht erlaubt
wird, dann sollte eine andere Tagungsstätte gewählt werden. Unser Anspruch als
GJ NRW sollte es sein, geschlechtsneutrale Toiletten bereitzustellen – und diese
auch barrierefrei.
Emanzipation und Inklusion sind kein „nice to have“, sondern ein Grundprinzip
feministischer und emanzipatorischer Politik.
Schutz vor Gewalt
TINA*-Personen sind stark von Gewalt betroffen. Viele werden im Alltag
angepöbelt, angegriffen und beleidigt. Trans*-Personen werden in öffentlichen
Toiletten als Gefahr für cis Frauen dargestellt, auch wenn das Zuhause der
gefährlichste Ort für Frauen ist. Laut der Studie „Transfeindliche Gewalt.
Verbreitung, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen in Berlin“ gaben 66 Prozent
der trans* Personen an, innerhalb der letzten fünf Jahre transfeindliche Gewalt
erlebt zu haben. 48 Prozent gaben an, innerhalb der letzten zwölf Monate
Übergriffe erlebt zu haben.
Auch im Gesundheitssystem machen viele TINA*-Personen gewaltsame Erfahrungen.
Das System ist ausbaufähig. Sie kämpfen im Gesundheitssystem um Anerkennung und
mit der Krankenkasse um die Kostenübernahme. Ein Problem ist z.B., dass
genderaffirmative Maßnahmen für nicht-binäre Personen von Krankenkassen selten
übernommen werden. Dies ist ein riesiges Problem, da sich nicht jede*r die
Kosten einer Mastektomie (Brustabnahme) oder Phalloplastik (Penisaufbau) leisten
kann. Dies kann sich massiv auf die mentale Gesundheit auswirken.
Mit dem Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) ist ein wichtiger Schritt getan worden,
um TINA*-Personen zu mehr geschlechtlicher Selbstbestimmung zu verhelfen. Doch
dieses Gesetz steht immer wieder unter Beschuss. Die AfD hat im Bundestag einen
Antrag gestellt, in dem dieses abgeschafft werden soll. Im Koalitionsvertrag der
Bundesregierung steht, dass das Selbstbestimmungsgesetz ergebnisoffen geprüft
werden soll. Wohin das führt, zeigen Dobrindts Pläne für ein „Sonderregister“
von TINA*-Personen.
Damit wären alle bisherigen Nutzer*innen des Selbstbestimmungsgesetzes dauerhaft
identifizierbar – inklusive früherem Geschlechtseintrag und Deadname.
Das erhöht massiv das Risiko von Zwangsoutings und Anfeindungen und verstößt
gegen das Offenbarungsverbot.
Solche Register sind überflüssig und gefährlich: Die Geschichte zeigt, welche
Risiken Listen von Minderheiten bergen.
TINA*-Personen brauchen Schutz vor Gewalt, nicht zusätzliche Gefährdung durch
rechte Hetze. Auch wenn die Verordnung nicht am 17. Oktober 2025 im Bundesrat
beschlossen wurde, bleibt die Gefahr für Verschärfungen bestehen.
Die Gleichstellung von TINA*-Personen ist durch das SBGG jedoch nicht
abgeschlossen. Nichtbinäre Personen sind immer noch oft unsichtbar, da es
beispielsweise keine entsprechenden offiziellen Anreden gibt. Auch die Teilhabe
am Arbeitsleben, der Schule, Vereinen oder Dienstleistungen ist für TINA* oft
mit negativen Erfahrungen verbunden.
Als Grüne Jugend NRW fordern wir:
Eine Überarbeitung des Selbstbestimmungsgesetzes, die TINA*-Personen aktiv
schützt und geschlechtliche Selbstbestimmung aktiv stärkt. Sonderregister,
die Deadnames oder frühere Geschlechtseinträge dauerhaft speichern, müssen
verhindert werden. TINA*-Personen müssen selbst entscheiden können, wer
Zugriff auf ihre personenbezogenen Daten hat.
Den wirksamen Schutz von TINA*-Personen vor Gewalt und Hetze. Die Gewalt
an TINA*-Personen muss gezielt dokumentiert und ausgewertet werden, um
Strategien zum Schutz entwickeln zu können.
Den Ausbau der Gesundheitsversorgung von TINA*-Personen. Der Zugang zu
geschlechtsaffirmativer Medizin darf keine Frage des Geldes und des
Geschlechtes sein. Krankenkassen sollen verpflichtet werden,
genderaffirmative Behandlungen vollständig für TINA*-Personen zu
übernehmen.
Den Abbau binärer Strukturen in der Grünen Jugend NRW, Geschlechtsneutrale
und barrierefreie Toiletten sollen auf allen Veranstaltungen der Grünen
Jugend NRW sichergestellt werden. Räumlichkeiten, in denen das nicht
möglich ist, sollen zukünftig nicht mehr genutzt werden. Ebenso ist es die
Aufgabe des gesamten Verbandes, sich mit Bedürfnissen von TINA*-Personen
auseinanderzusetzen – Aufklärungsarbeit darf nicht allein Aufgabe von
TINA*-Personen sein.
TINA* Personen mit Be_hinderung:
Personen mit Be_hinderung wird oft die Sexualität abgesprochen. Sie werden in
ihrem Queer-Sein oder TINA*-Sein nicht ernst genommen. Diese Stimmen sollten in
unserem Verband Gehör und Repräsentanz finden. Trotzdem sind Vorstände oft rein
cisgeschlechtlich, und die Sensibilisierung für Be_hinderungen lässt sich noch
ausbauen.
Gewalt gegen be_hinderte TINA* Personen
Sie machen spezifische Erfahrungen mit Gewalt und Sexualisierung, die aus einer
Gleichzeitigkeit von Sexualisierung und Entmündigung bestehen. Entweder werden
sie hypersexualisiert und fetischisiert, oder ihnen wird ihre Sexualität und ihr
TINA*-Sein vollständig abgesprochen.
Auch linke Räume sind nicht frei von ableistischen und cisnormativen Bildern von
„richtiger“ Queerness und „richtigem“ TINA*-Sein. Dabei gibt es keine
Beweispflicht dafür, dass man eine Be_hinderung und/oder chronische Erkrankung
hat. Nicht jede Be_hinderung und/oder chronische Erkrankung ist sichtbar. Es ist
wichtig, Betroffenen zu glauben, da es übergriffig ist, Diagnosen offenzulegen.
TINA* Personen mit Be_hinderung werden doppelt diskriminiert
TINA*-Personen mit Be_hinderung sind einem noch höheren Risiko von Gewalt
ausgesetzt und von Mehrfachdiskriminierung betroffen. Beratungsangebote, queere
Jugendtreffs etc. sind nicht immer barrierefrei, ihnen wird weniger geglaubt.
Strukturelle Barrieren erschweren den Zugang.
Als Grüne Jugend NRW fordern wir:
Intersektional zu denken und zu handeln: Barrierefreiheit und TINA*
inklusive Ansätze müssen zusammengedacht, umgesetzt und in den Strukturen
der Grünen Jugend NRW verankert werden.
TINA*-Personen mit Be_hinderung brauchen mehr Sichtbarkeit. Ihre Stimmen
müssen gehört werden. Vor allem intersektional: Sie müssen als Ganzes
betrachtet werden und nicht entweder als be_hinderte Person oder als TINA*
Person, sondern als be_hinderte TINA*-Personen.
Sensibilisierung und Bildung im Verband. Innerhalb der Grünen Jugend NRW
müssen ableistische und cisnormative Denkmuster aktiv reflektiert und
abgebaut werden.
Die Anerkennung von Selbstdefinitionen und Privatsphäre. Niemand ist
verpflichtet, Diagnosen oder Be_hinderungen offenzulegen. Aussagen über
Be_hinderung und/oder TINA*-Sein müssen respektiert und geglaubt werden,
ohne Beweispflicht oder Infragestellung.
Begründung
Erfolgt mündlich.